Gustav Mahler und Komponisten aus Theresienstadt Musikfestival

Theresienstadt

Programm

Sinn des Festivals EWIGE HOFFNUNG: Gustav Mahler & Komponisten aus Theresienstadt

Ziel ist es, ein Prestige-Festival mit Betonung auf außerordentliche künstlerische Qualität ins Leben zu rufen. Grundlage des Festivals soll das außergewöhnliche Schaffen von G. Mahler und die Werke von Künstlern aus Theresienstadt sein. So ein Festival, das dem Komponisten Gustav Mahler gewidmet sein soll, fehlt in Europa und das Werk von Komponisten wie Viktor Ullmann, Gideon Klein, Hans Krása und Pavel Haas werden immer noch nicht genug gewürdigt. Das Programm soll alljährlich um die Werke weiterer tschechischen und weltbedeutender Komponisten ergänzt werden und auf aktuelle Jahrestage und Ereignisse reagieren. Ein integraler Bestandteil des Festivals ist die aktive Zusammenarbeit mit dem neugegründeten Institut der Komponisten aus Theresienstadt. Die kontinuierliche Veröffentlichung von redigierten Werken, verbunden mit der lebendigen Interpretation, ist ein weiteres Ziel des Festivals. Der Genius loci, die Atmosphäre und Aura, von Prag und Theresienstadt – ihr Zusammenwirken – verstärkt die emotionale Dimension deutscher, jüdischer und tschechischer Kulturtradition.

Die Botschaft des Festivals sind Menschlichkeit und Hoffnung, die der mitteleuropäischen Kulturgeschichte entspringen. Das Festival vermittelt einen Überblick über das tschechische, jüdische und deutsche Phänomen der vergangenen zwei Jahrhunderte. Das Phänomen von Ort und Zeit ermöglichte Zusammenleben, gegenseitige Beeinflussung und Zusammenarbeit. In seiner Bestform bietet es uns immense künstlerische Werte, die oft in enorm schwierigen Bedingungen entstanden. Begleitende Konferenzen, Ausstellungen und Lesungen, die einen Bestandteil des Festivals bilden, werden neben der Botschaft von Menschlichkeit, ethnischer Koexistenz und Zusammenarbeit an historische Erfahrungen erinnern, die in der Gegenwart sehr aktuell sind.

Der Sinn Festivals ist es, einer möglichst breiten Öffentlichkeit die hervorragende Interpretationskunst näher zu bringen. Das Festival wird zu einem gesellschaftlichen Prestigeereignis, das auf dem Genius loci und der brillanten Interpretation der Musikwerke unserer Festivalkomponisten begründet ist.

Der spirituelle Reichtum des Festivals liegt im Gedanken der ewigen Hoffnung. Das Vermächtnis der Orte und des musikalischen Erbes (von Gustav Mahler, Viktor Ullmann, Gideon Klein, Hans Krása, Pavel Haas) bedeuten ewige Hoffnung.

Fundamente des Festivals sind G. Mahler, Komponisten aus Theresienstadt, Theresienstadt, Prag

Gustav Mahler

GUSTAV MAHLER (7. Juli 1860 Kalištì – 18. Mai 1911 Wien) Es handelt sich um den größten „tschechischen“ Komponisten neben Antonín Dvoøák. Er gehört zu den genialsten Musikschaffenden der Geschichte – nicht nur auf dem Gebiet der Komposition, sondern auch auf dem Gebiet der Interpretation. Er war Chefdirigent von Orchestern in Budapest, Prag, Wien und New York.


KOMPONISTEN AUS THERESIENSTADT Komponisten aus TheresienstadtViktor Ullmann (1898 – 1942), Gideon Klein (1919 – 1945), Hans Krása (1899 – 1944) und Pavel Haas (1899 – 1944) sind für immer mit dem Ort verbunden, wo sie auf ihre Deportation ins Vernichtungslager warten mussten, aber trotzdem noch künstlerisch tätig waren. Dieser Ort war das Konzentrationslager in Theresienstadt. Musiktheoretiker sparen nicht mit Lob und schätzen ihre Werke als äußerst eigenständige Musik, die jedoch in der lebendigen Interpretation nur sporadisch zu hören ist.


Prag

PRAG Dieses Musikzentrum mit bewundernswerter Tradition hat alle Voraussetzungen dafür, zum besten Ort für das Festival EWIGE HOFFNUNG zu werden. G. Mahler war hier vor allem als Operndirigent in den Jahren 1885 und 1886 tätig. H. Krása führte sein Opus Nr.1 im Jahre 1921 in Prag auf. G. Klein studierte in Prag bei A. Hácha. V. Ullmann wirkte an der Stelle von G. Mahler in Jahren 1919 – 1927. P. Haas lebte vor allem in Brünn, wo er unter anderem auch die Meisterkurse von L. Janáèek besuchte.


THERESIENSTADT In der Festung richteten die Nazis ein Konzentrationslager für mehr als 60 000 Juden ein. Hier befanden sich keine Einrichtungen zur systematischen Ermordung der Gefangenen. In den wenigen Augenblicken der Freiheit, inmitten anhaltender Demütigungen, zwischen Gefängnismauern und unter der Bedrohung durch die Maschinenpistolen der Bewacher, konnte man manchmal Konzerte klassischer Musik oder Opernvorstellungen erleben. Die Komponisten, denen ihr nahendes Ende bewusst war, schufen hier herausragende Werke. Theresienstadt symbolisiert einen Ort, an dem es gelang, im Angesicht des Todes, Musik für die Zukunft zu schaffen.